Dieses ganze Social Media Zeug geht dir tierisch auf die Nerven? Und du bist auch als spiritueller Mensch der Meinung, dass innere Werte mehr zählen als die ganze Optik. Vielleicht rollst du genervt mit den Augen, wenn wieder einmal ein hübscher Yogahase auf Instagram eine perfekte Pose in perfekter bunter Leggings präsentiert und du denkst dir: wie oberflächlich.

Trotzdem bist du hier und liest mit einem zweifelnden Runzeln auf der Stirn diesen Artikel. Zumindest bis hierher hast du es geschafft und du fragst dich, wie ich dir das Ganze gleich schmackhaft machen werde. Du fragst dich, warum du dich aufs Äußerliche konzentrieren solltest, wo sich doch innerlich alles in dir dagegen sträubt. Ganz einfach: Du erzählst visuell eine Geschichte. Die Optik deines Webauftritts entscheidet, wie dich andere wahrnehmen. Und Achtung, der nächste Satz ist wichtig: ohne einen visuellen roten Faden versteht dein Gegenüber nicht, wer du bist und was dich ausmacht. Daher möchte ich dir hier helfen, deine visuelle Stimme zu finden.

Der erste Eindruck zählt

Schau, ich möchte in diesem Artikel nicht allzu philosophisch werden, obwohl wir beide wissen, dass ich das gerne tue 😉 stell dich jetzt mal bitte vor einen Spiegel und schau dich an. Welche Klamotten trägst du? Welche Farben haben deine Klamotten? Wie trägst du deine Haare? Trägst du eine Brille und wenn ja, ist sie eher schick verspielt oder nerdy? Oder ganz klassisch? Und jetzt sag mir bitte nicht, dass all diese Dinge total zufällig passiert sind und du einfach mit verbundenen Augen in Kleiderläden auf irgendeine Stange gezeigt hast. Was ich dir mit dieser Übung vermitteln will ist, dass du deine Persönlichkeit AUCH optisch zum Ausdruck bringst.

Ja, die inneren Werte zählen. Nein, ich propagiere nicht, dass du zur narzisstischen Beauty-Queen werden sollst. Aber unterschätze nicht die Macht eines starken visuellen Auftritts, denn im besten Fall vermittelt er deinen Followern auf Anhieb, was dich ausmacht und was sie auf deinem Profil finden werden.

Hab ich dich überzeugt, dem Ganzen mal eine Chance zu geben? Okay, dann springen wir jetzt direkt zu meinen Tipps.

Visuelle Stimme Tipp 1: Es geht um Gefühle

I can’t fight this feeling any longer, and yet I’m still afraid to let it flow… ok, kurzer Ausflug in die Musikwelt, weil Stimme finden und so!  Aber mal ernsthaft: Was viele vergessen und warum das äußere Auftreten bei vielen so verpönt ist, ist die Tatsache, dass es im Design NICHT darum geht, hübsch auszusehen. So, jetzt ist es raus. Ich meine, natürlich soll es am Ende dann auch gut aussehen, schon klar. Das ist aber nicht der erste Schritt. Vielleicht hast du schon oft gelesen, dass du für dein Instagram Profil eine bestimmte Farbe aussuchen solltest, damit das Ganze konsistent bleibt. Das ist schön und gut, bringt dich aber absolut nicht weiter, wenn du nicht weißt, was du mit diesen Farben überhaupt vermitteln willst. Darum musst du dir als allererstes folgende Fragen beantworten:

  • Was macht mich aus?
  • Worum geht es thematisch auf meinem Profil?
  • Wem biete ich Inhalte an, aka wer ist meine Zielgruppe?
  • Wie soll sich meine Zielgruppe fühlen, wenn sie mein Profil besucht?

Spielen wir kurz ein Beispiel durch: vielleicht bist du eine Yogalehrerin, der es wichtig ist, authentisch zu sein. Auf deinem Profil vermittelst du hauptsächlich Yogainhalte. Deine Zielgruppe sind Yogaschüler. Sei genauer! Was für Yogaschüler? Sind es die jungen, ehrgeizigen Frauen, die sich körperlich herausfordern wollen? Sind es gestresste Businessleute, die nach der Arbeit einfach mal runterkommen wollen? Geh ins Detail. Wenn du deine Zielgruppe hast, dann überleg dir, wie sich fühlen sollen. Soll dein Profil motivierend und erfrischend wirken? Oder beruhigend? Willst du Tiefgang vermitteln? Und wenn du das jetzt liest, kommen dir sicherlich bestimmte Bilder in den Kopf. Du bist deiner visuellen Stimme auf der Spur.

Visuelle Stimme Tipp 2: Welche Inhalte passen zu den Gefühlen?

Du hast jetzt idealerweise eine kleine Liste von Gefühlen, die du gerne vermitteln möchtest. Überleg dir im nächsten Schritt, welche Posts/Bilder du gerne verwenden würdest, die diese Gefühle vermitteln. Frag auch Freunde und Familie, wie sie bestimmte Bilder wahrnehmen. Nehmen wir an, ich möchte gerne, dass sich mein Bild erfrischend, motivierend, inspirierend und stark anfühlt. Welche Motive könnte ich hierfür wählen, wenn ich Yogalehrerin bin? Schau dir die folgenden zwei Motive an und sag mir, welches Bild passend ist:

Klangschale
Yogini

Natürlich das rechte. Warum? Weil es Bewegung enthält. Bilder mit Bewegung wirken immer aktiver, motivierender. Das linke Bild ist ein Stillleben. Also eher nicht so erfrischend. Sammle solche Eindrücke. Sammle potentielle Motive. Du kannst dein Brainstorming auch gerne auf Pinterest machen und dich einfach von Bildern dort inspirieren lassen.

Visuelle Stimme Tipp 3: Welche Farben und Schriften passen zu den Inhalten und Gefühlen?

Merkst du was? Ich bin beim letzten Tipp, und erst jetzt gehen wir in die eigentliche Feinarbeit der Optik. Es ist wichtig für dich zu verstehen, dass es nicht darum geht, sich optisch irgendwie schick darzustellen. Es geht darum, deine Inhalte genau zu analysieren und dann dafür das passende Gewand zu finden. Also sozusagen von innen nach außen zu gehen. 

Jetzt, wo du einige Bilder und Ideen gesammelt und auch eine Vorstellung davon hast, welche Gefühle dein Profil vermitteln soll, gehen wir an die eigentliche Optik. Wir behalten den roten Faden und überlegen uns jetzt: welche Farben finden sich oft in meinen Inhalten wieder? Und: welche Farben verwende ich, um die gewünschten Gefühle zu vermitteln? Klingt wahrscheinlich sehr abstrakt, lass uns wieder ein Beispiel ansehen.

Sagen wir, ich möchte, dass meine Follower ein Gefühl von Ruhe und Freiheit spüren, wenn sie meine Inhalte ansehen. Okay, inhaltlich ist da zum Beispiel Wasser ein tolles Motiv (stille Seen sind die Ruhe schlechthin). Trotzdem ist ein Bild von Wasser per se noch kein Garant für Entspannung. Schau dir diese beiden Bilder an:

Wasserfall kalt
See warm

Was ist der Unterschied? Das linke Bild hat farblich einen kalten, dunklen Unterton und bewegtes Wasser. Insgesamt ist das Bild also nicht beruhigend. Das rechte Bild hat eine sehr warme Farbe und ist insgesamt sehr ruhig in der Komposition. Such dir also gerne eine Farbe aus, die immer wieder in deinem Feed auftaucht. Und achte auf den Farbton insgesamt, je nach Gefühl: brauchst du eher helle, softe Bilder? Mit warmer Farbe? Oder eher dunkle, kühle? Verfahre genauso mit Schriften. Frag dich welches Gefühl die Schriftart vermittelt. Schau dir diese beiden Bilder an und überleg dir Adjektive, die zu der jeweiligen Schriftart passen. So entwickelst du langsam deine eigene visuelle Stimme.

Starkes Design mit Schrift “Impact”
Verträumtes Design mit Schrift “Gabriola”

War das jetzt oberflächlich?

Ich hoffe, ich konnte dir erfolgreich zeigen, dass Design und Optik überhaupt nichts mit Oberflächlichkeit zu tun haben müssen, wenn man es richtig macht. Wenn du den Artikel hilfreich findest, teile ihn gerne mit Freunden und lass mich wissen, an welcher Stelle du noch Hilfe brauchst.

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